Nichts geht über ein Praktikum

Gute Ratschläge zur Berufswahl beim Infotag an der Mittelschule


Was mache ich nach der Schule? Eine schwierige Entscheidung angesichts der vielen Möglichkeiten, die den Schulabgängern offenstehen. Denn trotz der für die Berufswähler günstigen Lage am Ausbildungsstellenmarkt gilt es, sich gut zu informieren, um einer Fehlentscheidung vorzubeugen.

 

Vier Zielgruppen

Eine wertvolle Entscheidungshilfe bot die Karl-Peter-Obermaier-Mittelschule Bad Kötzting den Schülern der 8. und 9. Klassen der Regelklassen sowie des Mittlere-Reife-Zuges am Dienstag beim Berufsinfotag an der Schule. Vertreter von zwölf Ausbildungsbetrieben sowie Schulen aus der Region informierten die Fachkräfte von morgen aus erster Hand über die Inhalte und Anforderungen der jeweiligen Berufe. Schulleiter Michael Aumann und Berufsberater Jürgen Ziereis hatten sich für diesen Vormittag vier zielgruppenorientierte Schwerpunkte ausgesucht: Handwerk, Industrie, soziale sowie kaufmännische und Dienstleistungsberufe.

Den Beruf des Kfz-Mechatronikers stellte Martin Mühlbauer vom gleichnamigen Bad Kötztinger Autohaus vor. Wie auch die anderen Referenten aus den technischen Berufsfeldern empfahl er den künftigen Azubis, auf Schule und insbesondere Mathematik ein gewisses Augenmerk zu legen, um die Chancen auf eine Ausbildungsstelle im Wunschberuf zu erhöhen und schließlich auch die immer höher werdenden Anforderungen in der Berufsschule zu bewältigen. Auch Michael Pritzl, Juniorchef der Pritzl Haustechnik GmbH in Arndorf, zeigte einer allzu laschen Einstellung zur Schule die Gelbe Karte und stellte außerdem die Vielseitigkeit der Ausbildung zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik heraus.

Sehr anschaulich präsentierte eine vierköpfige Abordnung der Berufsschule Furth im Wald die Bauberufe. Außenstellenleiter Johann Altmann hatte die Auszubildenden Adrian Sannicola, Leander Strobel und Pirmin Schmid mitgebracht, die den Schülern erzählten, warum sie sich für eine Ausbildung zum Maurer, Zimmerer und Schreiner entschieden und welche Erfahrungen sie bisher in der Ausbildung gemacht haben.

Industrie vielseitig

Die Riege der Industriebetriebe in der Region vertraten die Zollner AG Zandt, Dorst Technologies aus Bad Kötzting sowie die Goldsteig Käsereien Bayerwald aus Cham. Den größten Bedarf an Nachwuchskräften hat dabei die Zollner AG, die jährlich an die 70 Ausbildungsstellen zur Verfügung stellt. Personalreferent Stephan Steinberger sowie Kathrin Scheubeck, Auszubildende zur Industriekauffrau im dritten Ausbildungsjahr, warben für eine Ausbildung beim größten Arbeitgeber des Landkreises und stellten das breite Spektrum an Ausbildungsberufen und auch Möglichkeiten eines Dualen Studiums bei Zollner vor. Stephan Steinberger stellte auch klar, dass trotz des demografisch bedingten Bewerberrückgangs Qualität, das heißt ein ansprechendes Notenbild und eine gute Zeugnisbemerkung, vor Quantität komme: „Wir müssen nicht jeden nehmen, also strengt euch an!“

Ausbilder Matthias Rupprecht von Dorst Technologies, einem der größten Bad Kötztinger Betriebe, und sein Industriemechaniker-Azubi Michael Nirschl präsentierten die Berufe Mechatroniker, Elektroniker für Automatisierungstechnik und Industriemechaniker, Personalreferent Adrian Eibl von den Goldsteig Käsereien gewährte Einblicke in die Berufe in der Milchwirtschaft.

Klassische Frauenberufe

Dass so manch traditionelles Rollenbild langsam zu verschwinden scheint, zeigt eine erhebliche Zahl weiblicher Zuhörer bei technischen Berufen genauso wie mancher junge Mann in den Vorträgen zu den sozialen Berufen. So erzählte Christl Götz, die stellvertretende Schulleiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik sowie der Berufsfachschule für Kinderpflege beim Mädchenwerk Zwiesel, dass in allen Klassen inzwischen auch junge Herren säßen und die Berufe Erzieher/in und Kinderpfleger/in nach wie vor sehr gefragt seien. Götz hatte die Kinderpflege-Schülerinnen Lena Pritzl und Daniela Arndt mitgebracht, die bis zum vorigen Jahr selbst noch an der Karl-Peter-Obermaier-Mittelschule die Schulbank gedrückt hatten.

Dass auch diejenigen eine sehr gute Perspektive hätten, die sich für einen Pflegeberuf entscheiden, bekräftigte Bettina Weiß, Leiterin der Berufsfachschule für Krankenpflege in Roding. Der Bad Kötztinger Zahnarzt Dr. Markus Sixt stellte den aus seiner Sicht „zweitschönsten Beruf der Welt“ vor: den der Zahnmedizinischen Fachangestellten. Und der schönste Beruf? „Das ist der des Zahnarzts!“ Sehr unterhaltsam und doch unmissverständlich vermittelte Sixt, worauf es ankommt und worauf er und seine Kollegen Wert legen.

Kaufleute und Gastro

Die Inhalte und Anforderungen einer kaufmännischen Ausbildung waren der Schwerpunkt von Stefan Mühlbauer, Fachbetreuer Wirtschaft und Verwaltung an der Berufsschule Cham. Weil sich auch viele Mittelschüler für eine Ausbildung im Einzelhandel interessieren, stand Erwin Pongratz, Regionalverkaufsleiter von Aldi Süd, einem großen Publikum Rede und Antwort. Welche Chancen eine Ausbildung in der Gastronomie bietet, zeigte Markus Pinapfel auf, der Küchenchef im Hotel Ulrichshof in Zettisch.

Unterm Strich waren sich alle Referenten einig: Wer in der Schule fleißig ist, sich gut informiert und sich in Praktika engagiert und interessiert zeigt, muss sich keine Sorgen um seine berufliche Zukunft machen. Apropos Praktika – auch das ist eine Botschaft des Berufsinfotages: Wenn eine Note mal nicht so gut ist, können die Chancen auf einen Ausbildungsplatz durch gute Praktikumsleistungen dennoch intakt sein.


 Kötztinger Zeitung vom 08.03.2015

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